Sparen – wie schaffe ich Raum für Investitionen?

Sparen durch Kostenoptimierung

Im Baustein Verdienen haben wir verschiedenste Ansätze besprochen, wie Geld in deine Kasse kommt. Das ist schon mal sehr viel wert. Allerdings wäre es schade, wenn du von dem erzielten Einkommen alles direkt wieder ausgibst. So hättest du kurzfristig vielleicht schöne Zeit, aber langfristig nichts gewonnen, wenn deine Ziele erfolgreicher Vermögensaufbau oder finanzielle Freiheit heißen.

Daher widme ich den zweiten Baustein dem Thema „Kosten sparen“. Das Ziel ist hier so viel von den Einkünften zu behalten wie nur möglich, um diese zu sparen und dann im Baustein „Investieren“ anzulegen.

Wir schauen hier auf die Ausgaben und versuchen sie so gering wie möglich zu halten, ohne deinen Lebensstandard zu sehr einzuschränken. Hierbei schauen wir uns insbesondere an, wie deine Kostenstruktur ist und was die Ausgaben sind, die dir besonders viel Wert bringen. Neben den Ausgaben kommt beim Sparen noch ein anderer Faktor ins Spiel, nämlich die Inflation.

Werterhalt durch Inflationsausgleich

Es ist ein Trugschluss, dass du nur durch das Sparen Geld bzw. Wert behalten kannst. Der kontinuierliche Wertverlust der sogenannten Fiat-Währungen wie z.B. Euro und Dollar führt dazu, dass die Kaufkraft deiner Ersparnisse stetig abnimmt. Die Inflation frisst die Werthaltigkeit und Kaufkraft deiner Spareinlagen geradezu auf. Wenn du deine Spareinlagen in breit gestreute Investitionen steckst, deren Rendite die Inflation ausgleicht, ist das für mich noch kein Investieren im Sinne einer Geldvermehrung – es ist eher der Werterhalt und gehört somit noch zum Thema Sparen.

Sobald du eine Rendite oberhalb der Inflation erwirtschaftest, geht es dann an die Geldvermehrung also dem wirklichen Investieren. Ich gebe zu, dass die Grenzen hier etwas verschwimmen, ich wollte dir allerdings nur schon einmal ein paar Gedanken zum Thema Inflation und Werterhalt mitgeben. Dein hart verdientes Geld aufs Sparkonto zu legen, reicht nicht mehr aus, um den Wert zu behalten. Aber eins nach dem anderen. Lass uns damit beginnen, wie du weniger von deinem Einkommen ausgibst.

5 Schritte für erfolgreiches Sparen

Für das Sparen empfehle ich dir ein Vorgehen, das aufeinander aufbauende Schritte verfolgt und dich dadurch systematisch dem Erfolg näher bringt. Es beginnt damit, dass du über deine finanzielle Situation Transparenz schaffst, indem du ein Haushaltsbuch führst. Anhand der Ausgabenübersicht aus dem Haushaltsbuch kannst du Prioritäten für wichtige und unwichtige Ausgaben definieren und dir für verschiedene Ausgabenkategorien ein Budget aufstellen. So kannst du deine persönlichen Sparpotenziale finden. Wenn du diese identifiziert hast, solltest du sie umsetzen, indem du dir Sparziele setzt und dazu passende Gewohnheiten oder Verhaltensweisen aneignest, die auf Geld sparen ausgelegt sind. Analysiere in regelmäßigen Abständen, ob du es geschafft hast die Sparmaßnahmen umzusetzen und welche weiteren Sparmöglichkeiten du noch hast.

Zusammenfassend die 5 Schritte für das Geld sparen:

  1. Transparenz schaffen (mit Haushaltsbuch)
  2. Sparziele festlegen, Prioritäten definieren, ein Budget aufstellen
  3. Sparpotenziale finden
  4. Sparpotenziale umsetzen
  5. Erfolg kontrollieren

Sparstrategien

Es gibt eine Reihe von schlauen Sparstrategien, die dir helfen können, schneller deine Sparziele zu erreichen.

Beispielsweise gibt es die 50/30/20 Methode, bei der du als Daumenregel 50% deiner Einkünfte für Lebenshaltung, 30% für Sonderausgaben wie Urlaub, Kleidung etc. und 20% für Investitionen zurücklegst.

Die 1%-Methode hingegen besagt, dass du bei jeder Ausgabenkategorie versuchen solltest, 1% der Kosten zu sparen. Dies kannst du von Zeit zu Zeit auch wiederholen, um die Kosten weiter zu senken.

Weitere einfache, aber effektive Sparstrategien sind das Aufrunden von Kartenzahlungen und Zurücklegen des gerundeten Betrages sowie das Weglegen von Kleingeld.

Wenn du zudem versuchst, wieder mehr mit Bargeld zu zahlen, erhöht sich dein Bewusstsein für deine Ausgaben und du siehst vielleicht von dem einen oder anderen unnötigen Ausgabe ab.

Versuche generell ein Bewusstsein für die Vermeidung von großen Anschaffungen und lieber für das Teilen bzw. gemeinsame Anschaffen von teuren Wertgegenständen zu entwickeln. Die sogenannte Sharing Economy ist im vollen Gang und überall sprießen neue Geschäftsmodelle, die das Teilen ermöglichen, aus dem Boden. Setze dich damit auseinander und überlege, welche hiervon für dich in Frage kommen.

Eine große Kostenfalle sind Impulskäufe. Bestes Beispiel hierfür: hungrig in den Supermarkt gehen. Impulskäufe sind meistens unüberlegt und finden ohne Preisvergleich statt. Plane deine Einkäufe im Voraus und vermeide dadurch solche Impulskäufe.

Du kannst auch durch bewussteres Auswählen deiner Freizeitaktivitäten Geld sparen. Oft entstehen durch „neue Hobbies“ Kosten für Material und Mitgliedschaften, die sich als unnötig herausstellen. Versuche erstmal zu testen und durch Probemitgliedschaften herauszufinden, wie lange du wirklich bei einer Sache bleibst.

Konkrete und sofort umsetzbare Sparideen

Genau wie es unzählige Möglichkeiten gibt Geld auszugeben, gibt es auch unzählige Möglichkeiten Geld zu sparen. Anhand ein paar typischer Ausgabenkategorien möchte ich dir erste Ideen mitgeben, die du als Sparmaßnahmen sofort umsetzen kannst.

Diese reichen von Übernahme von Weiterbildungskosten durch den Arbeitgeber, über Optimierungen deiner Kredite zur Reduzierung der Zinslast bis hin zum Optimieren der Verbrauchsverträge, die du beispielsweise für Energie, Internet und Mobilfunk abgeschlossen hast. Insbesondere bei den Lebenshaltungskosten wie z.B. Essen und Trinken aber auch der Mobilität gibt es zahlreiche Möglichkeiten Geld zu sparen. Die Kosten für ein Auto fallen in den meisten Haushalten besonders ins Gewicht. Hinterfrage, ob du zwingend ein Auto brauchst und welches Modell es wirklich sein muss. Wenn du dich hier veränderst, kannst du eine Menge Geld sparen.

[Eine kategorisierte Auflistung von Sparideen folgt in Kürze]

Werkzeuge & Hilfsmittel für das Sparen

Für richtig erfolgreiches Sparen gibt es eine Reihe von Werkzeugen und Hilfsmitteln, die dir dabei helfen deine Ziele umzusetzen.

Das vielleicht wichtigste Hilfsmittel ist das Haushaltsbuch. Hier trägst du deine Einnahmen und Ausgaben sowie deine Vermögenswerte und Schulden ein und kannst deine monatliche Sparquote sowie dein Reinvermögen ablesen. Das Reinvermögen wird auch „Net Worth“ genannt und ist der Wert deiner Vermögenswerte nach Abzug der Schulden. Aus den Informationen im Haushaltsbuch lassen sich Verbesserungspotenziale ableiten, da du deinen kompletten Finanzstatus und alle möglichen Transaktionen erfasst.

Ein weiteres hilfreiches Werkzeug ist der Zinsrechner. Den kannst du für eine Vielzahl von Fragestellungen verwenden, unter anderem auch für die Berechnung der Verzinsung von Sparbeträgen über einen längeren Zeitraum. Dies unterstützt die Denkweise, wie viel Rendite dir ein nicht ausgegebener Betrag dir langfristig einbringen könnte. Verzichtest du beispielsweise auf eine Konsumausgabe von 1.000€, kann der Zinsrechner dir berechnen, wie viel diese 1.000€ in 25 Jahren wert wären, wenn du das Geld stattdessen in rentable Vermögenswerte investierst.

Weitere Tipps, Tricks und Sparansätze

Neben Sparstrategien und konkreten Sparmaßnahmen gibt es viele weitere Tipps und Tricks, die du anwenden kannst, um Geld zu sparen.

Das Thema Steueroptimierung hat es hier in sich. Solltest du die Möglichkeit haben über eine Kapitalgesellschaft Kosten abzusetzen, nutze diese. Setze einen Steuerberater deines Vertrauens ein, um Steuersparmöglichkeiten zu prüfen und gestalte mit ihm deine steuerliche Situation. Je nach Art und Umfang deiner Aktivitäten, solltest du auch die Gründung einer Kapitalgesellschaft zum steueroptimierten Vermögensaufbau in Erwägung ziehen.

Neben dem Thema Steuern kannst du beispielsweise durch Cashback- und Bundesprogramme ebenfalls viel Geld sparen oder dir hier verschiedenste Benefits holen. Beliebte Plattformen sind Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox, Bonusmeilenprogramme wie z.B. Miles & More oder Cashback-Programme wie z.B. Shoop, bei den es Rückvergütungen auf Online-Einkäufe gibt.

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